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Sophia Lebentrau: Vier Wochen Taiwan – und wie ich daran gewachsen bin

Vier Wochen allein in Taiwan – klingt schon nach einem ziemlich großen Abenteuer. Und genau das war es auch.

Dank Rotary International hatte ich die Möglichkeit, einen Austausch in Taiwan zu machen. Taiwan ist ein Inselstaat in Ostasien. Die Insel hat rund 23,5 Millionen Einwohner.

Als ich in Frankfurt am Main ins Flugzeug gestiegen bin, war ich 14 Jahre alt, bin zum ersten Mal allein auf eine so große Reise gegangen und war noch nie außerhalb Europas. Mein Ziel war Taiwan – mehr als 9.000 Kilometer von Deutschland entfernt und damit wirklich eine andere Welt. Vier Wochen später war ich 15 und hatte unglaublich viel erlebt.

Meine Reise begann am Flughafen Frankfurt. Mit China Airlines ging es ungefähr 13 Stunden nach Taipeh. Nach einem langen Flug und sechs Stunden Zeitverschiebung kam ich schließlich in Taiwan an. Dort wurde ich von meiner Gastfamilie herzlich empfangen.

Schon die ersten Stunden waren für mich etwas ganz Besonderes. Taipeh ist riesig, laut und voll. Rund 2,5 Millionen Menschen leben dort – und gefühlt jeder davon ist gleichzeitig mit einem Moped, Fahrrad oder Auto unterwegs. Besonders die vielen Mopeds waren für mich ungewohnt. Es gab einfach überall welche!

Ich war in einer sehr netten Gastfamilie in Tainan, der ältesten Stadt Taiwans, untergebracht.

Während meiner Zeit in Taiwan habe ich unter anderem das „Taipei 101“ besucht, das bis 2010 das höchste Gebäude der Welt war.

Außerdem war ich am südlichsten Punkt der Insel im Südchinesischen Meer tauchen.

In meiner Freizeit habe ich Tainan oft erkundet und mir die vielen Einkaufszentren angesehen. Besonders gut haben mir die Arcades (Spielhallen) gefallen. 

Ich habe Sushi, Oktopus und verschiedene taiwanesische Spezialitäten probiert. Besonders interessant war Da Chang Bao Xiao Chang, übersetzt ungefähr „große Wurst um kleine Wurst“. Dabei befindet sich eine kleinere Wurst, die ein bisschen an eine gröbere Bratwurst erinnert, in einer größeren Wurst aus Klebreis. Klingt erstmal etwas ungewöhnlich – schmeckt aber tatsächlich ziemlich gut.

Und dann kam noch der zweite Teil des Austauschs: Meine Austauschschülerin Shanny kam mit nach Deutschland und blieb noch drei Wochen bei uns. So konnte ich ihr auch Deutschland zeigen und ihr ein bisschen von meinem Alltag und unserer Kultur zeigen. Dabei habe ich gemerkt, dass viele Dinge, die für mich ganz normal sind, für sie neu und ungewohnt waren.

Wenn ich heute auf die vier Wochen zurückblicke, bin ich vor allem dankbar für die vielen Erlebnisse und Eindrücke, meine Gastfamilie, Rotary und natürlich meine Familie, die mir diese Reise ermöglicht hat.

Ich bin nach Taiwan geflogen, um ein anderes Land kennenzulernen. Am Ende habe ich aber nicht nur Taiwan kennengelernt, sondern auch ein bisschen mehr über mich selbst.

Ich habe gelernt, mich auf Neues einzulassen, Dinge auszuprobieren und auch mal etwas zu machen, bei dem ich vorher nicht genau weiß, wie es ausgeht. Vor allem habe ich gelernt, dass man auch allein auf der anderen Seite der Welt zurechtkommen kann.

Vier Wochen Taiwan waren für mich deshalb viel mehr als nur ein Austausch. Es war ein Abenteuer, ein Kulturschock, jede Menge gutes Essen, sehr viele Moped Fahrten, unzählige neue Eindrücke und eine Erfahrung, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde.