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Theo Allgeier: Mein Rotary-Austausch nach Brasilien

Vor und in den Sommerferien habe ich einen Rotary-Kurzaustausch in der Stadt Novo Hamburgo ganz im Süden von Brasilien absolviert. Zu Beginn der Reise musste ich erst einmal 11,5 Stunden von Amsterdam nach São Paulo fliegen. Da dieser Flug sich allerdings stark verspätete, verpasste ich den Anschlussflug nach Porto Alegre und musste eine Nacht im Hotel verbringen. Am Tag danach bin ich dann endlich bei meiner Gastfamilie angekommen und wurde sehr herzlich empfangen. Zuhause angekommen konnte ich auch erstmal die vier Hunde der Familie kennenlernen. Diese waren ursprünglich Streuner, die die Eltern, die als Tierärzte praktizieren, gerettet und behalten haben. Ich habe auch in der Schule meines Gastbruders Davi den Unterricht besucht und an weiteren schulischen Aktivitäten wie dem Schul-Handball-Klassenturnier teilgenommen. Da in der Schule fast ausschließlich portugiesisch gesprochen wurde, habe ich zwar im Unterricht nicht viel verstanden, aber mir sind trotzdem ein paar besondere Fächer, die wir hier nicht haben, wie zum Beispiel lifecoaching, aufgefallen.
Nach drei Wochen begannen in Brasilien die Winterferien und ich bin mit meiner Familie in einen anderen, wärmeren Bundesstaat ca. 3000 km weiter nördlich (Bahia) geflogen, um dort Urlaub zu machen. Wir waren in Salvador, einer der gefährlichsten Städte der Welt, und haben da unter anderem eine ehemalige Kulisse eines Michael Jackson Musikvideos besuchen können. Den Rest des Urlaubs haben wir in dem Nationalpark Chapada Diamantina verbracht, in dem wir gewandert, geschwommen und geklettert sind. Zusätzlich haben wir mehrere Wasserfälle gesehen, in denen wir teilweise auch schwimmen konnten.
In den letzten neun Tagen meines Aufenthalts nahm ich an einer Exkursion mit weiteren Jugendlichen aus der ganzen Welt mit einem Boot auf dem Amazonas durch den Regenwald teil. Startpunkt der Route war die Stadt Manaus, in der wir auch die alte europäische Oper sowie den Fisch- und Handarbeitsmarkt besucht haben. Danach sind wir weiter flussaufwärts auf den Rio Negro gefahren. Geschlafen haben wir in Hängematten auf dem Boot und gegessen auf einem zweiten Boot, das uns die ganze Zeit begleitet hat. Natürlich wurde uns trotz fehlenden Internets nicht langweilig, da wir immer mit den Motor-Kanus an Land gefahren sind und dort beispielsweise indigene Stämme, lokale Gemeinschaften oder Naturschutzverbände besucht haben. Auf unseren Ausflügen konnten wir viele verschiedene Tierarten beobachten und sogar Affen streicheln und füttern, Piranhas und Pirarocus angeln, mit Delfinen schwimmen und Kaimane berühren. Eine Nacht haben wir im Urwald geschlafen und dabei einen seltenen Tayra, einen großen südamerikanischen Marder, gesehen.
Insgesamt war das eine unvergessliche Zeit. Jetzt freue ich mich schon auf den Gegenbesuch meines Gastbruders Davi im Dezember.
Theo Allgeier, 10b