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Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“ 2026: Siegerinnen und Sieger der Herzen

Für Omar Youssef (9a), Mia Sarholz (9c) und Julian Driemel (9b) war die Teilnahme am Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ ebenso ein außergewöhnliches Erlebnis wie für Johannes Timmerhaus, Vivien Alex und Oskar Hölbe (alle EF). Beim Schulentscheid am MPG auf dem Treppchen zu landen, ist bereits ein großer Erfolg, sich dann aber auf der nächsthöheren Wettbewerbsebene der Konkurrenz aus Datteln, Ibbenbüren, Lüdinghausen, Marl, Münster, Olfen, Recklinghausen, Waltrop etc. zu stellen, ist noch einmal eine ganz andere HausnummerDementsprechend war eine Grundanspannung auch von Anfang an spürbar, denn natürlich hatten alle das nächste Etappenziel vor Augen: Landesqualifikation an der Ruhr-Universität Bochum auf dem Weg zum Landesfinale im Düsseldorfer Landtag. Nicht nur unsere Debattierprofis waren entsprechend aufgeregt, auch Gesche Eggers, Denise Reuter, Christian Fischer und Henner Alt waren sich als begleitende Lehrkräfte und Jurymitglieder von Anfang an im Klaren darüber, dass „Dabei sein ist alles“ letztlich doch nur ein Trostpflaster wäre.

Omar, Mia, Johannes und Vivien waren als Teilnehmende gesetzt, doch Julian und Oskar hatten sich gleichermaßen gewissenhaft vorbereitet, weil sie sich als potenzielle Nachrücker berechtigte Hoffnungen machen konnten, ebenfalls zum Zug zu kommen. Oskar wurde dann auch tatsächlich als Ersatz für einen ausgefallenen Debattanten ausgelost, das MPG trat also in der Altersgruppe II mit drei Personen an, was unsere Hoffnungen verstärkte. Als sich alle mit belegten Brötchen und Kaffee gestärkt und den Debattenplan geprüft hatten, ging es schließlich nach dem Jurorenbriefing um 11:45 Uhr endlich ans Eingemachte. „Soll für Privatgärten eine insektenfreundliche Gestaltung vorgeschrieben werden?“ (Altersgruppe I) und „Soll eine Kontaktgebühr für Arztbesuche erhoben werden?“ (Altersgruppe II) waren die Debattenthemen für die erste Runde. Vor der ersten Debatte hatten alle noch ausreichend Zeit gehabt, um sich mit der Partnerin/dem Partner über die Schwerpunkte der Proseite und der Contraseite zu verständigen, aber nach der ersten Debatte ging es dann Schlag auf Schlag. 15 Minuten beriet sich die Jury, anschließend gab es ein kurzes Feedback und schon mussten alle Teilnehmenden zur zweiten Runde mit den Debattenfragen „Soll auf allen öffentlichen Plätzen im Regierungsbezirk Münster kostenloses WLAN angeboten werden?“ (Altersgruppe I) und „Soll die Veröffentlichung von Wahlumfragen im Vorfeld von Wahlen verboten werden?“ (Altersgruppe II) antreten. 

Erleichtert und auch ein wenig erschöpft waren am Ende alle, denn sowohl die Debattierenden als auch die Jurierenden mussten schließlich mit Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft gleich vier Bewertungskriterien gleichermaßen konstant im Blick behalten. Leider erleben die MPG-Lehrkräfte die Debattierprofis unserer Schule nie selbst, weil der Einsatz als Jurymitglied natürlich immer so erfolgt, dass eine Befangenheit ausgeschlossen wird. Trotzdem ist der Regionalwettbewerb auch für die Lehrkräfte immer wieder eine besondere Veranstaltung, was Gesche Eggers in einem, Satz auf den Punkt bringt: „Für mich war es ein gelungenes Ereignis mit anregendem Austausch und lebhaften Debatten.“ 

Unmittelbar vor der Siegerehrung blickten alle noch sehr optimistisch dem Ergebnis entgegen, doch am Ende reichte es für uns leider nicht zum Weiterkommen. Davon lassen wir uns aber nicht entmutigen, ganz im Gegenteil: Im nächsten Jahr werden wir einen neunen Anlauf starten und das Feld von hinten aufrollen!!! Mia nahm den Tag dann auch als schöne Erfahrung mit, die Teilnahme habe ihr auch ohne Sieg viel Spaß gemacht. Julian gibt als Rückmeldung, dass er es sogar genossen habe, „nur“ als Zuschauer teilgenommen zu haben. Er möchte in der EF erneut antreten und freut sich bereits darauf, wieder alles zu geben, um in zwei Jahren beim Regionalentscheid nicht nur zusehen, sondern aktiv debattieren zu dürfen.Auch Oskar sieht seine Teilnahme als Gewinn, er beschreibt den Tag in Marl als eine Art Lernprozess: „Besonders aufgefallen ist mir, dass man am meisten lernt, wenn nicht alles perfekt läuft. In die erste Debatte bin ich sehr nervös gestartet und ich konnte einige meiner Stärken zunächst nicht vollständig abrufen. In der zweiten Debatte gelang es mir jedoch meine Nervosität abzulegen. Dabei habe ich verstanden, dass man am überzeugendsten ist, wenn man auf die eigenen Fähigkeiten vertraut und mit Selbstbewusstsein auftritt. Außerdem wurde mir bewusst, dass man eine Debatte nie vollständig planen kann, denn oft entstehen die besten Ideen im Laufe der Diskussion. Als generelle Erkenntnis nehme ich mit, dass man gerade in herausfordernden Momenten über sich hinauswachsen kann.“

Henner Alt