Max-Planck-Gymnasium – 45894 Gelsenkirchen – Tel. 0209 / 6384 148-10

Teilnahme am Parlement européen des lycéens 2026 in Straßburg

Auch im Schuljahr 2025/26 wurde uns als Max-Planck-Gymnasium die Ehre zuteil, am Parlement européen des lycéens – dem Europäischen Schülerparlament – in Straßburg teilnehmen zu können, nun schon zum dritten Mal in Folge.

In diesem Schuljahr fand sich wieder eine Gruppe europabegeisterter junger Menschen gemeinsam mit Herrn Stein zur AG PEL Straßburg zusammen, um sich auf den Bewerbungsprozess für das PEL 2026 sowie die verschiedenen Phasen des Projekts vorzubereiten.

Nachdem sich unsere 13 Schülerinnen und Schüler aus den Stufen EF und Q1 einem langen Bewerbungsverfahren mit Bewerbungsfragen und einem ausführlichen Motivationsschreiben gestellt haben, begann für sie nach der Zusage ab November 2025 die erste Phase des mehrmonatigen Prozesses, in dem sie in die Rolle von Abgeordneten des Europäischen Parlaments schlüpften und an einer Simulation des europäischen Gesetzgebungsprozesses teilnahmen.

Dazu wurde jede und jeder einer Fraktion des Europäischen Parlaments zugeordnet und hat fortan, organisiert über eine digitale Austauschplattform, mit vielen verschiedenen Schülerinnen und Schülern aus knapp 40 Schulen in vierzehn europäischen Ländern in unterschiedlichen Komitees zusammengearbeitet und über mehrere Monate an Änderungsanträgen zu verschiedenen europäischen Gesetzesvorschlägen gefeilt.

Darüber hinaus haben wir als Schulgruppe auch noch die Rolle der Slowakei bei einer Simulation des Europäischen Rats übernommen und einen Änderungsantrag für einen Vorschlag für ein europäisches Gesetz zur Regelung von Praktika und den Schutz von Praktikantinnen und Praktikanten erarbeitet.

Nach monatelanger Vorbereitung und digitalem Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der anderen internationalen Schulen begann am 22. Juni 2026 endlich das Final Event des PEL mit unserer Fahrt nach Straßburg. Gemeinsam mit Frau Latzke und Herrn Stein sowie einer Partnerschule aus Bochum fuhren wir mit einem Kleinbus morgens nach Straßburg, wo wir uns am Nachmittag im historischen Hôtel de Ville akkreditieren konnten und von da aus Zeit hatten, die tolle Straßburger Altstadt auf eigene Faust zu erkunden. Bei hochsommerlichen Temperaturen hatten wir die Gelegenheit die wunderschönen alten französischen Fachwerkhäuser und die imposanten Bauwerke – allen voran die weltbekannte Kathedrale Notre-Dame de Strasbourg – zu bewundern.

Nach einem leckeren Essen mit vielen verschiedenen Flammkuchen und einer großen Leinwand, auf der wir das laufende WM-Spiel verfolgen konnten, haben wir den Abend in Ruhe ausklingen lassen und uns auf die beiden anstehenden Tage im Europäischen Parlament vorbereitet.

Dorthin ging es auch am frühen Dienstagmorgen und nach einigen Security-Checks standen wir endlich vor dem beeindruckenden Gebäude des Europäischen Parlaments mit der riesigen Glasfassade, dem imposanten Turm und der nach oben aus dem Gebäude ragenden Kuppel des Plenarsaals.

Beim Betreten der riesigen mit Holz verkleideten Kugel konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann zum ersten Mal den zentralen Ort der europäischen Demokratie erleben – den Plenarsaal des Europäischen Parlaments – und Platz nehmen auf den Sitzplätzen, auf denen sonst die 720 Abgeordneten sitzen und wichtige Debatten über europäische Themen und Gesetzesvorschläge führen.

Nach einer Einführungsveranstaltung mit einigen hochrangigen Gästen wie dem stellvertretenden Bürgermeister von Straßburg und der Ministerpräsidentin und Landtagspräsidentin des Saarlands begann für die Schülerinnen und Schüler der Austausch mit den anderen Mitgliedern ihrer Fraktionen, in denen sie sich darauf vorbereitet haben, am Nachmittag Position zu den Änderungsanträgen der anderen Fraktionen zu beziehen.

Denn nach dem Mittagessen begann die erste Runde der Plenumsdebatten und Abstimmungen über die verschiedenen Änderungsanträge der Fraktionen. Dabei gab es immer wieder flammende Reden, pointierte Nachfragen und emotionale Abstimmungen über die einzelnen Änderungsanträge. Mit Gizem hat auch eine Teilnehmerin von unserer Delegation Wortbeiträge geleistet und Rückfragen in den Debatten um die Änderungsanträge gestellt. Der erste Parlamentstag endete nach einigen Stunden dieser Diskussionen und Abstimmungen und wir konnten uns abends bei leider viel zu warmem Wetter in einem klassischen elsässischen Restaurant stärken.

Der zweite Parlamentstag begann am Mittwoch mit der Fortsetzung der Beratungen über weitere Änderungsanträge. Dabei war der politische Schlagabtausch nicht weniger hitzig als am Vortag.

Doch Tag zwei im Parlament hielt auch noch einige neue Erfahrungen für unsere Schülerinnen und Schüler bereit. So gab es sowohl Pressestatements der Fraktionen, Interviews mit verschiedenen Abgeordneten, bei denen auch Theo als Teil des Journalisten-Teams in der Rolles eines Interviewers einen Abgeordneten zu grenzüberschreitend arbeitenden Forschungsteams befragte, sowie am Ende die finalen Abstimmungen über die durch die Änderungsanträge veränderten Gesetzesvorlagen.

Nach dem Mittagessen fand dann noch die Simulation des Europäischen Rats statt. Wir haben dabei die Slowakei vertreten. Lena trug als Sprecherin unseres Landes unsere Stellungnahme und Änderungsvorschläge zur Regelung von Praktika in der EU in einer enthusiastischen und inhaltlich überzeugenden Rede vor und erhielt dafür verdienten Applaus.

In der vorausgegangenen Lobbying-Phase haben alle Mitglieder unserer Schulgruppe intensiv den Austausch zu den Vertreterinnen und Vertretern anderer Nationen gesucht und viele von ihnen davon überzeugt, unseren Antrag zu unterstützen und dafür zu stimmen. Auch wenn aus Zeitgründen unser Antrag nicht mehr ausgewählt wurde, um final darüber abzustimmen, haben die Schülerinnen und Schüler dennoch so viele andere Delegierte überzeugt, dass unser Antrag problemlos die qualifizierte Mehrheit für die Verabschiedung im Rat erreicht hätte. Dies ist eine sehr starke Leistung unser Verhandlerinnen und Verhandler!

Unser letzter Tag beim Final Event des Parlement européen des lycéens 2026 ging damit zu Ende, dass am späten Nachmittag noch die begehrten Teilnahmezertifikate an alle Schülerinnen und Schüler und auch an uns als teilnehmende Schule verliehen wurden und somit das großartige Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die letzten Monate und der Einsatz aller Beteiligten ausgezeichnet wurde.

Damit endete unsere Teilname am PEL 2026 und wir fuhren am frühen Abend gemeinsam mit unseren neuen Freunden aus Bochum wieder nach Hause nach drei intensiven und ereignisreichen Tagen voller neuer Eindrücke, dem wirklichen Erleben von demokratischer Partizipation und dem Leben des europäischen Zusammenhalts.

Vive l‘Europe!

Teilgenommen am PEL 2026 haben Johannes Timmerhaus, Gizem Acevit, Tim Jazbec, Ben Lebentrau, Colin Frank, Max Pöppel, Lara Dettenberg (alle EF), Mara Kruft, Zuzanna Mulawa, Lena Hein, Chiara Lau, Jason Hutsch, Theodor Mutascu (alle Q1) sowie Herr Stein und Frau Latzke.

Matthias Stein