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Our Legacy in the Making: Das Max-Planck-Gymnasium bei Model United Nations 2026 

Was passiert, wenn man eine Gruppe motivierter Schüler der EF und Q1 in Anzüge steckt, sie nach Italien schickt und sie dort die Weltpolitik bestimmen lässt? Man bekommt ein unvergessliches Abenteuer, das zwischen politischem Planspiel und der besten Klassenfahrt aller Zeiten liegt. 

Vom 16. bis zum 20. April 2026 hatten wir die Chance, unsere Schule bei OberMUN 10 in Triest zu repräsentieren. Unsere Delegation bestand aus Lean Maschke, der Bosnien & Herzegowina im UNODC vertrat, Oskar Henning Hölbe als Delegierter Polens im DISC, Johannes Timmerhaus für Deutschland im UNODA, Till Constantin Bastian für den Irak bei UN Women, Marius Heim für die Ukraine im DISC, mir selbst als Vertreter der Türkei im DISC, Maxim Czarnecki für Mexiko bei UNESCO, Samuel Jeong für Südkorea bei UNWOMEN sowie Florian Lühr als Delegierter für Thailand im UNODA und Ivan Sverdlov für Ägypten im UNODC. 

Unsere Reise begann allerdings etwas holprig. Wegen eines Streiks beim Bodenpersonal der Lufthansa wurde unser Flug von Düsseldorf nach Frankfurt kurzfristig ein Tag davor annulliert. Glücklicherweise erhielten wir ICE-Tickets und machten uns per Bahn auf den Weg nach Frankfurt. Von dort aus ging es schließlich mit Air Dolomiti weiter nach Triest, wo wir gegen 14 Uhr ankamen. Nach einer kurzen Zugfahrt wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt. Dort verabschiedeten wir uns zunächst von Frau Mohr und Frau Sondermann und verbrachten den restlichen Tag damit, mit unseren Austauschpartner:innen durch die Gassen und Hügel der Stadt zu ziehen, um Triest kennenzulernen. 

Am nächsten Tag wurde es dann offiziell. In Anzügen und Krawatten trafen wir uns zur Registrierung und nahmen an der großen Eröffnung im beeindruckenden Teatro Rossetti teil. Mit dem Motto „Our legacy in the making“ wurde die zehnte Edition der OberMUN eröffnet. Bevor es richtig losging, hatten wir eine Mittagspause und machten das, was man in Italien eben machen muss. Natürlich Pizza essen. Danach startete die erste Sitzung. 

In meinem Komitee ”DISC” beschäftigten wir uns zunächst mit dem „New START Protocol“, einem Abkommen zwischen den USA und Russland zur nuklearen Abrüstung. Anfangs waren wir noch etwas nervös und mussten uns erst einmal in die Abläufe einfinden, doch nach etwa einer Stunde waren wir auch aktiv dabei. Die erste Sitzung dauerte zwei Stunden, bevor wir in die wohlverdiente Pause gingen, die wir direkt für einen Besuch in „Despar“ nutzten, um uns Focaccia Sandwiches zu besorgen. Anschließend ging es weiter bis in den späten Nachmittag. Am Abend trafen sich viele Delegierte zum gemeinsamen Essen im Restaurant „da Pino“ wo es natürlich wieder Pizza zu genießen gab. Dort hatten wir die Gelegenheit neue Kontakte zu knüpfen und uns auszutauschen, bevor wir gemeinsam mit den anderen durch Triest liefen, Fotos machten und den ersten Tag entspannt enden ließen. 

Der zweite Tag hatte es dann in sich. Direkt am Morgen ging es weiter mit den Sitzungen, in denen wir sowohl in moderierten als auch in sogenannten „Simple“ beziehungsweise unmoderierten Caucuses arbeiteten. Während der moderierten Phasen lief alles strukturiert mit “Speakers List” ab, während die unmoderierten Phasen dazu dienten sich frei zu bewegen, Verbündete zu finden und gemeinsam an einer Resolution zu arbeiten. Unser Ziel war es, ein gemeinsames Resolutionspapier zu erarbeiten und am Ende zu verabschieden. Nach intensiven Diskussionen und viel Teamarbeit gelang es uns, dass unsere erste Resolution angenommen wurde. 

Nach einer kurzen Pause starteten wir mit dem zweiten Thema, und zwar dem Umgang mit privaten Militärunternehmen (PMCs) und ihrer Rolle in bewaffneten Konflikten. Dabei handelt es sich um Firmen, die militärische Dienstleistungen anbieten und zunehmend Einfluss auf internationale Konflikte nehmen. Die Debatten wurden intensiver, und man merkte, wie sehr alle Delegierten mittlerweile sich in ihre Rollen versetzt hatten und aktiv Vorschläge einbrachten. 

Am Abend folgte dann eines der absoluten Highlights. Das Gala Dinner im Savoia Excelsior Palace, einem der luxuriösesten Hotels der Stadt. In eleganter Kleidung wurden wir zu einem Drei-Gänge-Menü eingeladen, bestehend aus Ravioli, einem Fleischgericht und einer großen Jubiläumstorte zur Feier von OberMUN 10. Die Atmosphäre war echt besonders, fast schon wie bei einem echten offiziellen Empfang. Dies bot auch die perfekte Gelegenheit, sich weiter zu vernetzen, Freundschaften zu vertiefen und gemeinsame Erinnerungen festzuhalten. Aufgeteilt in Tischgruppen wurden wir mit anderen Teilnehmer:innen des Projekts zusammengesetzt, was für viel Gesprächsfluss mit anderen gesorgt hat, da alle sich am Tisch kennenlernen mussten. 

Am dritten und letzten Tag standen somit auch die finalen Sitzungen an. Wir arbeiteten weiter am zweiten Resolutionspapier, das schließlich ebenfalls erfolgreich verabschiedet wurde. Zum Abschluss Organisierten die Chairs sogenannte „Funny Awards“ innerhalb der Komitees, die über eine Umfrage organisiert wurden, für etwas Unterhaltung und Lacher. Kategorien wie „Delegate you’d most likely give a hug“ oder „The Waterfall“ für besonders mitteilungsbedürftige Teilnehmende machten das Ganze zu einem unterhaltsamen Abschluss. Außerdem gab es die schöne Tradition, die eigenen Länderschilder von allen Mitgliedern des Komitees unterschreiben zu lassen als ein Andenken für die schöne Zeit. 

Für die Closing Ceremony wurden wir schließlich zur University of Trieste gebracht. Dort wurde sich noch einmal bei allen Beteiligten bedankt und es wurden Awards für die besten Delegierten vergeben. Auch wenn niemand aus unserer Gruppe einen dieser Preise gewann, waren wir uns einig, dass wir trotzdem als Sieger der Herzen nach Hause fahren. Denn die Erfahrung selbst war unbezahlbar. 

Jetzt fragt man sich, was bringt es mir, wenn ich an so einem Projekt teilnehme? Model United Nations orientiert sich an der Arbeit der United Nations und hat das Ziel, jungen Menschen einen Einblick in internationale Politik und Diplomatie zu geben. Dabei geht es nicht nur darum, Themen zu diskutieren, sondern auch darum, auf Englisch zu kommunizieren, Argumente zu vertreten, Kompromisse zu finden und globale Zusammenhänge zu verstehen. 

Unser Fazit ist daher eindeutig: Diese Reise war eine unglaublich bildungsreiche und gleichzeitig sehr schöne Erfahrung. Das Gefühl, sich professionell anzuziehen und in die Rolle eines Delegierten zu schlüpfen ist etwas ganz Besonderes. Gleichzeitig war es beeindruckend, mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Ländern auf Englisch über wichtige Themen zu sprechen und anschließend gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Was vielleicht zunächst etwas langweilig wirkt, kann schnell zu etwas ganz anderes werden, fast wie eine Side Quest im echten Leben. 

Wir können diese Erfahrung jedem weiterempfehlen und sind dankbar, unsere Schule vertreten zu haben. Vielleicht ergibt sich ja irgendwann noch einmal die Chance, genau so etwas gemeinsam zu erleben – zum Beispiel im Projektkurs von Frau Sondermann im kommenden Schuljahr. Bis dahin bleiben uns vor allem unvergessliche Erinnerungen, ganz so wie es das Motto sagt: Our Legacy in the Making. 

Navroop Mutti, EF