Unsere Schülerin Lucy Sdrenka aus der Klasse 10b hat in diesem Jahr die Gelegenheit genutzt, ihr Schülerpraktikum in Bristol in England zu absolvieren. Sie arbeite dort in einem sogenannten Charity Shop, der für ein Kinderhospiz gespendete Alltagsgegenstände verkauft.
Über ihre Reise, die Arbeit im Shop und die Erlebnisse mit ihrer Gastfamilie berichtet sie im Anschluss.
Dank KulturLife und der Hilfe der Peter-Schorr Stiftung hatte ich die spannende Möglichkeit, alleine nach England zu reisen und das alltägliche Leben dort aus der Perspektive eines jungen Menschen zu erleben.
Nachdem ich von meinem Vater am 25. Februar zum Flughafen in Schiphol Amsterdam gebracht wurde, habe ich dort den Direktflug nach Bristol, England genommen. Am Flughafen wurde ich von einer netten Dame, die ebenfalls mit KulturLife arbeitet und gelegentlich Gastkinder aufnimmt, abgeholt und mit dem Auto zu dem Haus meiner Gastfamilie gebracht.
Dort angekommen wurde ich von meiner Gastmutter und ihrer Tochter freundlich begrüßt und mir wurde mein Zimmer gezeigt. Danach haben wir drei zusammen gegessen und ich wurde etwas über das Leben in Deutschland ausgefragt. Danach erklärten sie mir die Schwierigkeiten, die zusammen mit dem Brexit kamen und dass er viele Menschen in UK nur noch unzufriedener gemacht hat. Danach haben sie mir die lustige Filmreihe „Johnny English“ gezeigt, (auf die man dort wohl sehr stolz ist.)
Insgesamt war die Familie sehr nett und offensichtlich daran interessiert, mir eine schöne Zeit zu bereiten. An einem Abend haben sie mich sogar zu einer britischen Stand-up Comedy Show mitgenommen, was eine sehr lustige und interessante Erfahrung war.
Am Montagmorgen ging es für mich mit meinem Praktikum in dem St. Peter’s Hospice Shop los. Da das Haus meiner Gastfamilie sehr nah an der Innenstadt von Bristol liegt, hatte ich keinen langen Weg dorthin, ungefähr 25 Minuten zu Fuß. Als ich dort angekommen war, wurde ich sehr nett empfangen und mir wurde der Shop und meine Aufgaben gezeigt.
Die St. Peter’s Hospice Shops arbeiten nach einem einfachen Konzept, Menschen aus der Umgebung können Kleidung, Deko, Möbel und auch elektronische Geräte spenden, die dann sortiert und verkauft werden. Die Erlöse gehen zu den St. Peter’s Hospices, wo vor allem Kinder ihre letzten Momente verbringen.
Zu meinen Aufgaben gehörte: Spenden sortieren, Anziehsachen mit einem Preisschild versehen, Bücher sortieren, Möbel zusammen und auseinanderbauen und an der Kasse Kunden bedienen. Besonders spannend waren die Gespräche mit den vielen Menschen, da die meisten selbst immer sehr interessiert daran sind, zu erfahren, was jemand aus Deutschland in einem Charity Shop in England macht. Die Kunden waren stets freundlich, und da zu der Kundschaft auch viele ältere Personen gehören, die besonders Spaß am Plaudern haben, hat mir die ganze Erfahrung sehr stark geholfen, Englisch noch besser zu verstehen, besonders da man das richtige „Alltags“-englisch kennenlernt, und nicht nur das aus den Schulbüchern.
Insgesamt war mein Aufenthalt in England sehr spannend und ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass mich diese Erfahrung weiter in meiner persönlichen Entwicklung gebracht hat. Durch das ständige Englischsprechen hat es sich nach einer Woche schon fast natürlich angefühlt und immer Spaß gemacht.
Nach viel Spaß und einer tollen Zeit hieß es leider Abschied nehmen. Ich wurde von derselben Frau, die mich vom Flughafen abgeholt hatte, auch wieder hingebracht und habe von dort aus wieder den Direktflug nach Amsterdam genommen.
Ich bedanke mich bei KulturLife und der Peter-Schorr Stiftung herzlich für diese wundervolle Zeit.
Lucy Sdrenka