Nach zwei überaus spannenden Qualifikationsrunden und gleichermaßen spannenden Finaldebatten war zunächst noch eine ordentliche Portion Geduld erforderlich, bevor am Ende eines langen Debattiertages schließlich die Finalergebnisse feststanden. Omar Youssef aus der 9a ist der stolze Schulsieger in der Altersgruppe I, er landete denkbar knapp vor Mia Sarholz (9c), Julian Driemel (9b) und Emir Polat (9b), die auch sowohl die Jury als auch alle vier Klassen des Jahrgangs als Publikum in der Aula begeistern konnten. Johannes Timmerhaus (EF) ist der ebenso stolze Schulsieger in der Altersgruppe II, in der das MPG in diesem Jahr erstmals antritt. Ihn kürte die Jury zum Erstplatzierten nach einem souverän geführten Schlagabtausch mit Vivien Alex (Platz 2), Oskar Hölbe (Platz 3) und Lara Wieczorek (Platz 4), die mit ihren engagierten Auftritten ebenfalls alle Anwesenden sehr überzeugten. Die Finaldebatte der Altersgruppe II fand in der Aula vor den Augen der gesamten Jahrgangsstufe EF statt, die nicht nur tosend applaudierte, sondern darüber hinaus mit kreativ gestalteten Plakaten zusätzlich anfeuerte.
„Soll eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder eingeführt werden?“ war das Debattenthema in der Altersgruppe I, das Finale der Altersgruppe II widmete sich der Frage, ob extreme Parteien von Diskussionsrunden ausgeschlossen werden sollen. Zuvor hatten sich alle Teilnehmenden der Altersgruppe I in den beiden Qualifikationsrunden mit den Fragen „Soll das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten werden?“ und „Sollen öffentliche Schwimmbäder eine flächendeckende Videoüberwachung einführen?“ auseinandergesetzt. „Soll Pyrotechnik in Fußballstadien erlaubt werden?“ und „Sollen ausschließlich die Schülerinnen und Schüler für die Sauberkeit auf dem Schulgelände verantwortlich sein?“ waren die Fragen für die Debattierfreudigen aus der EF im Rahmen der Qualifikation. Dass sich alle sechzehn Teilnehmenden am Schulwettbewerb sehr gründlich vorbereitet hatten, war für die Jurymitglieder aus den Reihen der Fachschaft Deutsch bereits während der Qualifikationsphase klar erkennbar. So fiel es mitunter auch sehr schwer, Abstufungen bei der Bewertung vorzunehmen, zumal mit Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft nach vier verschieden Kriterien beurteilt werden musste.
Auch die Jurymitglieder für die beiden Finaldebatten standen letztlich vor der großen Herausforderung, die individuellen Stärken an Punkten festzumachen und die Plätze auf dem Treppchen entsprechend zu besetzen, denn am Ende muss nun mal eine Entscheidung fallen, so schwer das auch fällt. Dem Anlass entsprechend war die Finaljury für beide Altersgruppen hochkarätig besetzt, unsere Schulleiterin Cirsten Scharf und unser stellvertretender Schulleiter Marcus Feldhaus ließen es sich nicht nehmen, gleich beide Finaldebatten zu jurieren. Bei der Finaldebatte der Altersgruppe I wurden sie kompetent von Ben Lebentrau (EF) unterstützt, der 2024 den 2. Platz beim Schulentscheid belegt hatte und nun als Juror seine eigene Debattiererfahrung beim Jurieren einbringen konnte. Für das Finale der Altersgruppe II war sogar der Debattierprofi Philipp Urbanke als drittes Jurymitglied angereist, was dem Finale einen besonderen Glanz verlieh, denn Philipp ist mit seinem Sieg in Marl im Jahr 2019 unser erster und bislang einziger Regionalsieger.
Omar, Mia, Johannes und Vivien werden am 18.02. beim Regionalentscheid in Marl alles geben, um in Philipp Urbankes Fußstapfen zu treten! Vivien wird dort bereits zum zweiten Mal antreten, weil sie 2024 als Schulsiegerin in der Altersgruppe I schon mal beim Regionalwettbewerb debattieren durfte. Julian und Oskar werden als potenzielle Nachrücker auch dabei sein, mit etwas Glück werden sie dann vielleicht ebenfalls zum Zug kommen. Wir drücken auf jeden Fall allen ganz fest die Daumen!!!
An dem bundesweit stattfindenden Wettbewerb, der mit jährlich über 100.000 Teilnehmenden das größte Projekt zur sprachlich-politischen Bildung in Deutschland darstellt, nimmt das MPG seit dem Schuljahr 2016/17 als Projektschule teil. Profunde Sachkenntnis hinsichtlich des Debattenthemas und präzise Ausdrucksfähigkeit sind wichtig für den Erfolg, darüber hinaus können beziehungsweise müssen die Jugendlichen aber auch mit argumentativer Überzeugungskraft und flexibler Gesprächsfähigkeit punkten. „Jugend debattiert“ steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch-Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf-Stiftung gemeinsam unterstützt und gefördert.
Henner Alt