
Nach der gelungenen Begegnung in Gelsenkirchen (April 2025) war die Wiedersehensfreude groß, als sich unsere Gruppe am 20.06.25 nach einer rund zwölfstündigen Zugreise endlich zum Gegenbesuch in unserer Partnerstadt Olsztyn einfand. Dort erwartete uns gleich eine besondere Überraschung: Die polnischen Jugendlichen begrüßten uns ganz traditionell in ermländischen Trachten mit Brot und Salz – ein Symbol der Gastfreundschaft, die wir in der Austauschwoche ganz besonders erleben durften. Nach einem Abendessen in der Herberge konnten alle Kraft tanken für die kommenden acht Tage, die voller unvergesslicher Erlebnisse waren.
Der Samstag (21.06.25) startete bei strahlendem Sonnenschein mit einem Spaziergang zum idyllischen Stadtpark von Olsztyn, wo zunächst Integrationsspiele mit Spaß und Bewegung im Freien auf dem Programm standen. Besonders das gemeinsame Einüben eines traditionellen Volkstanzes brachte alle schnell in Schwung und sorgte für gute Stimmung. Natürlich durfte auch ein Erinnerungsfoto an der Gelsenkirchener Allee in Olsztyn nicht fehlen – einem sichtbaren Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit beider Städte. Nach einem gemeinsamen Mittagessen machte sich die Gruppe auf den Weg zum Stadtstrand am See Ukiel.
Dort ging es zunächst im Kajak oder Tretboot hinaus auf das Wasser – ein besonderes Highlight, auf das sich alle schon lange gefreut hatten! Im Anschluss gab es noch Zeit für Beachvolleyball, Badminton oder ein entspanntes Sonnenbad. Abgerundet wurde der Tag durch ein gemeinsames Pizzaessen am See, das dank der wunderschönen Aussicht auf das Wasser lange in Erinnerung bleiben wird.
Der Sonntag (22.06.25) bot weitere gemeinsame Erlebnisse und ließ die Jugendlichen die Schönheit der Natur und der Region entdecken. Zunächst gab es eine spannende Führung durch die historische Altstadt, bei der die Gruppe nicht nur interessante Einblicke in die Geschichte und Kultur der Partnerstadt erhielt, sondern im Rahmen einer Stadtrallye in Kleingruppen auch selbst aktiv werden konnte. Am Nachmittag wurde die zweistündige Kajaktour entlang der Alle zu einer besonderen Erfahrung, bei der wir die Natur in voller Schönheit genießen konnten – ein unvergesslicher Abschluss eines bewegten Wochenendes!
Am Montag (23.06.25) stand zunächst der Besuch an unserer Partnerschule an, dem V. Lyzeum in Olsztyn (V LO). In der festlich geschmückten Aula wurden wir herzlich empfangen und offiziell begrüßt. Anschließend erhielten unsere Jugendlichen einen Einblick in das Schulleben am V LO. Beeindruckend waren die vielfältigen Räumlichkeiten der Schule wie zum Beispiel die neue Sporthalle, in der später noch gemeinsam gespielt wurde, das moderne schuleigene Filmstudio, der Fitnessraum, die naturwissenschaftlichen Labore und nicht zuletzt der Biologieraum mit seiner vielfältigen Tierwelt. Mittags folgte ein offizieller Empfang durch den Stadtpräsidenten im Rathaus von Olsztyn.
In einer Gesprächsrunde tauschten sich die Jugendlichen über die Bedeutung der Städtepartnerschaft, ihre bisherigen Erfahrungen und ihre Erwartungen an die kommenden Tage aus. Am Abend erwartete uns beim Besuch in der Ataman-Siedlung ein bunter Mix aus traditionell polnischem Essen, Lagerfeuer, Bogenschießen, Reiten, Musik, Spielen und Volkstänzen, bei denen alle zum Mitmachen eingeladen waren.
Der Dienstag (24.06.25) führte die Gruppe hinaus in die Region Ermland-Masuren und hielt gleich mehrere kulturelle und historische Höhepunkte bereit. Erster Programmpunkt war der Besuch der berühmten Wallfahrtskirche Heilige Linde (Święta Lipka) mit einem Orgelkonzert. Im Anschluss ging es weiter zur Wolfsschanze, dem ehemaligen Hauptquartier Hitlers während des Zweiten Weltkriegs. Bei einer interessanten Führung durch einen Historiker erhielten die Jugendlichen nicht nur historische Fakten, sondern auch Denkanstöße zur Bedeutung der Erinnerungskultur und zum verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte. Seinen gelungenen Abschluss fand der Tagesausflug bei einem Besuch des Seglerdorfs Mikołajki (Nikolaiken) und einer Schiffsfahrt auf dem größten masurischen See, dem Śniardwy (Spirdingsee).
Am Mittwoch (25.06.25) hieß es: Geschichte trifft Kreativität. Zunächst erkundeten die Jugendlichen die Burg von Olsztyn, nahmen an einem Ritterworkshop teil und erfuhren mehr über Nikolaus Kopernikus, der eng mit der Stadt Olsztyn verbunden und daher auch auf dem Graffiti an unserer Turnhalle verewigt ist. Am Nachmittag ging es zurück zur Partnerschule, wo in international gemischten Gruppen kreative Plakate zu Themen wie Feste, Kulinarik, Sport und Geschichte gestaltet wurden. Ein spannendes Volleyballspiel in der Turnhalle sowie ein Cheerleading-Workshop sorgten anschließend für sportliche Abwechslung.
Der Donnerstag (26.06.25) stand ganz im Zeichen von Überraschungen. Gleich zu Beginn wartete vor der Schule eine besondere Begegnung auf uns: Eine echte Eule – das Wappentier unserer Schule – konnte aus nächster Nähe bestaunt werden, begleitet von einem informativen Vortrag zu diesem beeindruckenden Tier. Danach setzten die Jugendlichen ihre Workshoparbeit fort und präsentierten die Ergebnisse anschließend in der Aula. Am Nachmittag wurden wir mit einem Stand-Up-Paddle-Kurs am See Ukiel überrascht, der das Wassersportprogramm dieser Woche perfekt abrundete. Den krönenden Schlusspunkt bildete ein feierliches Abendessen, bei dem die Gruppe auf die erlebnisreiche Woche in Olsztyn zurückblickte.
Am Freitag (27.06.25) hieß es schließlich Abschied nehmen. Da es zugleich auch der letzte Schultag in Polen war, durften wir vormittags an der Abschlusszeremonie in der Aula teilnehmen – ein eindrucksvoller Einblick in die Schulkultur unseres Partnergymnasiums. Schließlich versammelten sich alle noch einmal vor dem großen Wandbild, dem Pendant zu unserem Graffiti in Gelsenkirchen, für ein gemeinsames Erinnerungsfoto. Nach einem herzlichen Abschied traten unsere Jugendlichen die Rückreise an und erreichten kurz nach Mitternacht Gelsenkirchen – müde, aber voller bleibender Erinnerungen und bereichert durch neue Freundschaften, gestärkte interkulturelle Kompetenz und das Gefühl, als junge Europäerinnen und Europäer über Grenzen hinaus verbunden zu sein. Bezuschusst wurde unsere Jugendbegegnung durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW).