SAMMS am MPG

Reinhard Linnenbrink

„Es hat viel Spaß gemacht.” Selten sind Schüler und Lehrer einer Meinung, wenn es um die Schule geht. Bei SAMMS (Schülerakademie Mathematik Münster) im Max-Planck-Gymnasium und dem Annette von Droste-Hülshoff-Gymnasium war das das aber anders.

Am 5. und 6. März 2009 waren 41 Schülerinnen und Schüler aus den sechsten Klassen der Gymnasien, Gesamt- und Realschulen in Gelsenkirchen und Herten bei uns zu Gast. Sie nahmen an verschiedenen Projekten zum Thema „Mathematik in aller Welt” teil.

Wie Herr Linnenbrink bei der Eröffnung der Präsentation sagte, „ist [SAMMS] ein echter Anreiz für die Schüler und stärkt ihnen den Rücken für entsprechende Schulkarrieren”. Der Anreiz war gewiss: Die Schüler waren kaum zu Pausen zu bringen, da ihre Begeisterung groß war. Sie spiegelte sich auch in den Präsentationen der Projekt-Ergebnisse durch die Schüler wider.

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Am Donnerstag und Freitag wurden die Projekte in Gruppen bearbeitet. Im Projekt „Denkspiele aus aller Welt” wurde ein Soma-Würfel aus sieben verschiedenen Teilen zusammengesetzt. Doch auch in alltäglichen Dingen kann man die Mathematik entdecken.

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In „Vermessen oder maßvoll” ermittelten sechs tapfere Schülerinnen Formeln zur Berechnung der Konfektions- und Schuhgröße. Diese wandten sie dann an, um die sitzende Schönheit am Buerscher Busbahnhof nach der neuesten Moder einzukleiden.

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Für das Projekt „Roboter in der Sackgasse” war ein großer Raum notwendig, da die Labyrinthe viel Platz benötigten. Die Lego-Roboter mussten hier ihren Weg finden. Dies gelang den Schülern auf unterschiedliche Art und in verschieden Labyrinthen.

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Auch die Projekte „Das Rad der Zeit, nicht jedes Jahr hat 12 Monate” und „Rechnen wie am Spieß” machte den Schülern viel Spaß.

Die Faszination der Schüler war so groß, dass sie beinahe die mithilfe der Volksbank finanzierten Speisen und Getränke links liegen ließen.

Damit war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Dies wird sich hoffentlich in den nächsten Jahren fortsetzen.

Hannes Stoppel

In der WAZ vom 08.03.2009 erschien der folgende Artikel von Alexander Becker:

Vielseitige Mathematik

Begabte Sechstklässler widmeten sich Donnerstag und Freitag fünf Projekten aus der Welt der Zahlen und Strukturen. Zum Abschluss zeigten sie ihren Eltern die Ergebnisse.

Etwas schüchtern nehmen Bejan und Henrik das Mikro, das ihnen Lehrer Hannes Stoppel reicht. Auf dem Tisch steht ein Lego-Roboter – und die beiden Schüler der Willy-Brandt-Realschule in Herten sollen ihren Zuhörern im Mehrzweckraum des Max-Planck-Gymnasiums (MPG) nun erklären, wie sich der durch ein Labyrinth manövriert. Das besteht aus Holz und ist auf dem Boden aufgebaut. Der 11-jährige Bejan nimmt sich nach den einführenden Worten den gelben Lego-Wagen und positioniert ihn ganz behutsam auf der Teststrecke.

Mit einem leisen Surren fährt er auf die erste Wand zu, registriert eine Berührung und dreht nach rechts. So durchfährt er auch den Rest des Parcours problemlos. Eltern haben Kameras gezückt, denn an diesem Spätnachmittag präsentieren ihre Kinder, was sie im Rahmen der beiden SAMMS-Projekttage ertüftelt haben. SAMMS ist die Abkürzung der Schülerakademie Mathematik Münster, mit der Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 gefördert werden sollen, die in Mathe besonders gut sind.

Reinhard Linnenbrink, der Rektor des Max-Planck-Gymnasiums, lobt dieses Projekt. „SAMMS ist ein echter Anreiz für die Schüler und stärkt ihnen den Rücken für entsprechende Schulkarrieren”, ist er sicher. Seit 2004 gibt es diese Projekttage nicht mehr bloß in Münster, sondern auch an einigen Schulen des Regierungsbezirks. Dieses Jahr sind's gerade die Gymnasien auf dem Goldberg, AvD und MPG.

Zurück zum Roboter: Auch Linda und Jonas haben einen gebaut – und erklären nun, wie sie programmiert haben, dass er die richtige Strecke fährt. „Das haben wir mit Robolab gemacht”, erzählen sie. Und zeigen den an die Wand gewordenen Programmablauf. „Das Programmieren ist zwar anschaulich, aber zuerst müssen die Schüler den Algorithmus verstehen”, betont Lehrer Stoppel. Sprich: Die Sechst-klässler mussten sich im Vorfeld überlegen, wie auf welches Ereignis zu reagieren ist, beispielsweise auf die Berührung einer Wand. Vorwärts weiterfahren soll der Roboter nicht, aber stehen bleiben und sich drehen.

Doch nicht nur den Robotern konnten sich die 40 Kinder widmen, denn das Motto dieses Jahr lautete „Mathematik in aller Welt”. So präsentierte eine Gruppe Rechenhilfen, mit denen die Menschen früher Aufgaben lösten – wie den Abakus, dessen Funktionsweise eine Gruppe ebenso erklärte wie das Multiplizieren mit Rechenstäben. Mit denen, das zeigten sie, kann man verblüffend einfach große Zahlen miteinander malnehmen.

Im Raum nebenan begrüßt Mandana Dinyarian die Gäste. „Wir haben hier Denkspiele aus aller Welt”, erzählt die 12-Jährige von Gauß-Gymnasium. Ihre Lieblingsfächer sind Mathematik und Physik. „Da lernt man lernt immer was Neues. Sie sind einfach interessant.” Ihr Favorit: Der Soma-Würfel, der aus sieben Teilen zusammengesetzt wird.

Zwei Tage lief das Projekt. „Mit Unterstützung der Volksbank konnten wir für ein warmes Mittagessen und Getränke sorgen”, so Linnenbrink. In dieser Zeit hat die Gruppe um Mandana nicht bloß Würfel selbst gebastelt, sondern auch am PC Bilder von Lösungen entworfen. „Es hat sich gelohnt, hier mitzumachen”, so ihr Fazit.