Das Leben, eine Reise — „Reisegefährten“ feiert Premiere im Musiktheater im Revier

Nach einjähriger Vorbereitung war es am vergangenen Freitag endlich soweit. Im Rahmen eines Galaabends des Internationalen Unternehmerverbandes (INTUV Ruhr Stadt) präsentierten 28 SuS aus der Internationalen Förderklasse (IFÖ-Klasse) und aus verschiedenen Regelklassen das selbtgeschriebene Theaterstück „Reisegefährten“, eine Collage aus vielen Geschichten — wahren und erfundenen.

„Schon die Tatsache, auf der Welt zu sein, bedeutet ja, zu einer Art Reise verdammt zu sein. Ohne sich dessen bewusst zu sein, ist man schon unterwegs. Auf einer Erde, die sich dreht, in einem Weltall, wo alles kreist, gibt es keinen ruhigen Punkt. Weder das Ziel noch der Ausgangspunkt sind von Bedeutung. Es gibt Reisen, die man völlig unbeabsichtigt antritt und von denen man nicht weiß, wo sie anfingen. Worauf es ankommt sind die Mitreisenden, der Mensch, der sich im Zug gerade den leeren Platz neben dir aussucht“ (William Maxwell: Zeit der Nähe)

„Reisegefährten“ machte dabei darauf aufmerksam, dass Menschen verschiedener Kulturen viel mehr verbindet als trennt. Was alle Menschen verbindet, ist die Tatsache, dass sie sich alle auf einer Reise befinden, eine Reise, die sich Leben nennt.

Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Frank Baranowski wurde das Theaterprojekt nach den Sommerferien 2017 ins Leben gerufen. Als Sponsor fungierte der INTUV Ruhr Stadt, der das Projekt finanziell unterstützte. Als Kooperationspartner wurde schnell das MiR gefunden, das mit der Theaterpädagogin Katja Fischer das Projekt unterstützte. An insgesamt drei Vorstellungen konnten sich die Schulgemeinschaft und Interessierte von der Vielseitigkeit der Eigenproduktion überzeugen.

In einer Collage werden Szenen aus dem Leben der Schülerinnen und Schüler verwoben, die sich um das Thema Reisen drehen. Diese sind humorvoll, kurzweilig, aber auch ernst und nachdenklich, manchmal szenisch, manchmal erzählend, allgemein, aber auch intim, bisweilen temporeich und mitunter langsam. Sie sind vor allem: authentisch. Natürlich unterscheiden sich dabei die Erzählungen und Erlebnisse der internationalen und deutschen Protagonisten gerade auch, weil die Themen Krieg, Vertreibung und Flucht nicht ausgespart werden. Stärker wirkt jedoch das Verbindende in der Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler, etwa ihrer (leicht schrulligen) Verwandten, ihrer Geschwister und Freunde, aber auch in ihren Wünschen: nach Zugehörigkeit, familiärer Geborgenheit und Verwirklichung auf der weiteren (Lebens-)Reise.

Darsteller*innen: Mohammed Al Saleh, Batoul Alali, Bisan Alali, Majd Alfandi, Shteryo Angelov, Marie Baar, Dania Durmus, Rasha Enbtawy, Lazar Filkov, Rehana Ghurbal, Sevin Hajar, Sherwan Hajar, Gabriela Hangan, Erik Hebing, Jonas Holdkamp, Elisabeth Maekisoni, Milad Mohammadi, Yagana Mohammadi, Lea Parma, Serilda Rranci, Yaser Sallam, Ahmad Hadi Sandid, Mohammed Mahdi Sandid, Raphaela Stenzel, Gledisa Torba

Projektleitung, Konzeption & Soundcollagen & Regie: Katja Fischer

Organisation und pädagogische Begleitung: Christian Fischer

Regieassistenz & Video: Erik Hebing

Ton: Moritz Altenhövel

Licht: Linus Wegener

Kostüme: Marie Baar

Requisite: Serilda Rranci